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Montag, 28. Oktober 2013

... der Kaffeeröster und das Onlineshopping

Normalerweise ist Internet-Shoppping ja nichts für mich. Irgendwie fehlt mir das nach Hause tragen der neuen Schätze. Also besteht shopping Gefahr für mich eigentlich nur außerhalb der virtuellen Welt. Dachte ich. Beim großen Kaffeeröster mit den vielen bunten anderen Sachen sieht es da hin und wieder anders aus. 

Es gibt da was, was schwierig ist nicht zu shoppen. Aktuell gibt es online wieder Bettwäsche. Da wir vor 2 Jahren von einer großen Matratze auf 2 separate Matratzen umgestellt haben, habe ich natürlich nicht genug kleine Bettlacken. 
Aber wieviele sind eigentlich genug. 
Mein aktueller Kaufverzicht bezieht zwar Bettwäsche nicht ein. Mein neu erwachtes Baumwolle-Gehirn aber doch. Wieviele von diesen Lacken brauche ich eigentlich wirklich? Oh, es gibt sogar welche in Bio-Baumwolle. 
Ein kurzes Zucken und die gedankliche Durchsicht der vorhandenen Bettlacken lässt es nicht zu, dass ich neue kaufe. 
Weiter gehts auf dieser Seite. Oh, es gibt auch wieder Laufklamotten. "Brauch ich, brauch ich, brauch ich", trällert das Männchen auf meiner rechten Schulter. Das auf der linken Schulter besteht auf eine gedankliche Durchsicht der vorhandenen Klamotten und erinnert an das Klamotten-Shopping-Verbot. Es gewinnt. 

2x geschickt ausgewichen. War echte Arbeit. Und dann das: sooo viele tolle Bastelideen für Weihnachten: Stempel, Bänder, Papierbögen,... Aber mal ehrlich, wer braucht schon 100 Blatt von der gleichen Farbe Papier? Aber wie sieht es mit den Stempeln aus? Denke das ist noch nicht zu Ende gedacht bei mir. Vielleicht bestelle ich doch noch was. Ich könnte ganz tolle viele Weihnachtspost basteln. Das wäre doch schön :-) Ob ich es brauche, weiss ich nicht. Wird wohl eher ne Klamotten-Kompensations-Geschichte werden. 

Das war echt schwer gestern Abend. 
Ich habe nichts gekauft, aber etwas gelitten. 

Sonntag, 11. August 2013

Selbstmord - Baumwolle


Ich wollte mich in diesem Jahr bewusster mit meinen Klamotten beschäftigen. Das werde ich auch tun. Doch schon nach 11 Tagen wird mir klar, dass nicht der Verzicht auf „Shopping“ die Schwierigkeit des Jahres werden wird, sondern die Beschäftigung mit dem Thema Kleidung insgesamt.
Der sehr sehenswerte Kurzfilm von Uwe H. Martin fasst das Wesentliche in großartigen Bildern erschreckend zusammen.
 
Hier ein Versuch von mir das Thema kurz zu umreißen:
Früher war der Anbau von Baumwolle arbeitsintensiv und schwierig.
Böse Insekten fraßen sich durch die Baumwolle, bevor sie geerntet werden konnte. Außerdem wuchs die Nachfrage ständig. Sie konnte nicht befriedigt werden.
Dann hatte Monsanto, der weltweit größte Saatgut- und Pflanzenschutzmittelhersteller, die Lösung: genmanipuliertes Saatgut, das resistent ist gegen die bösen Insekten und viel ertragreicher.
Monsanto verpackte das ganze clever mit riesiger Werbung und verkaufte das Wundersaatmittel vielfach so teuer. Ach ja und so, dass es nur 1-jährig war und somit jedes Jahr neu gekauft werden musste. Außerdem benötigte das neue Saatmittel mehr Wasser und Regen in einer regenarmen Region. Trotzdem fielen viele Bauern auf die absurd hohen Gewinnversprechungen herein.
Doch auch die Insekten entwickelten sich weiter und mussten mit teuren Pestiziden von Monsanto bekämpft werden. Die Bauern hatten nun weniger Ertrag mit teurerem Saatgut und einer Menge Schulden, die sie bei Geldverleihern aufgenommen hatten.
Bleibt unter dem Strich die Erkenntnis: in guten Zeiten ist genmanipulierte Baumwolle besser als die natürliche. In schlechten aber verschlimmert sie die Lage noch, weil die Kosten höher sind.
Und wenn es dann eben mal gleich eine ganze Reihe von solchen schlechten Ernte-Jahren gibt, dann bleibt für viele Bauern nur noch die Flucht: in die Stadt oder in den Tod. Sie sahen keinen Ausweg und tranken ihre Pestizide selbst.
 
Nachdenkliche Sonntagsgrüße.